„Ich sah immer aus, als ob ich nichts zu Essen kriege“, erinnert sich Peter Schöps an die Zeit bevor er seine große Leidenschaft entdeckt. Anfang der 1980er Jahre beginnt der Bottroper mit dem Bodybuilding und eröffnet schließlich eine eigene Muckibude. Das Fitnessstudio war sein Leben und damals der Treffpunkt für ganz Bottrop.   

Mit 32 Jahren besucht Peter Schöps, damals noch bekannt unter dem Namen Peter Koop, zum ersten Mal ein Fitnessstudio in Osterfeld, um etwas gegen sein Untergewicht zu tun. Er merkt, wie in den ersten Monaten sein Rücken breiter, die Arme dicker und er insgesamt definierter und sportlicher wird. Der Sport wird sein neues Hobby. Doch es soll nicht nur bei einem Hobby bleiben, sondern sein ganzes Leben verändern…

An die Zeit in seinem eigenen Fitnessstudio denkt Peter Schöps heute auch noch gerne zurück. Foto: Julian Schäpertöns

„Das Studio damals war sehr klein und überfüllt. Es hat überall nach Schweiß gestunken. Wasser lief von den Fenstern runter“, erinnert sich Peter Schöps. Er und sein Kollege Gunther Bohn wittern ein Geschäft. Sie erkennen die große Nachfrage und wollen es besser machen. Im Mai 1983 eröffnen sie ein eigenes Fitnessstudio an der Horster Straße 277.

Das größte Fitnessstudio in Bottrop

Das alte Kino wird komplett renoviert. Umkleiden, Duschen und Sauna werden gebaut, neue Geräte gekauft. Das „Sport-Fitness-Center Koop“ ist damals mit 500 Quadratmetern das größte in Bottrop. „Wir haben die Türen aufgemacht und die Leute kamen“, erinnert sich Peter Schöps. Das Geschäft boomt. „Wir mussten zeitweise sogar einen Aufnahmestopp machen“, so der sportliche Bottroper. Nach einem Jahr trennt er sich von seinem Partner und führt das Fitnessstudio danach alleine weiter.  

Peters Eisenschmiede wird zum zentralen Treffpunkt für die Menschen der Stadt. „Viele Freundschaften sind dadurch entstanden“, erinnert sich Peter Schöps. Und auch seine große Liebe Anette lernt er in seinem Fitnessstudio kennen. „Das ist das beste was mir dort passiert ist“, sagt er stolz.

Seine Frau Anette lernt Peter Schöps 1995 bei sich im Fitnessstudio kennen und lieben. Foto: Holger Czeranski

Sohn tritt in seine Fußstapfen

2000 wird Peter Vater. Sein Sohn Marvin wächst die ersten Jahre seines Lebens im Studio auf. Heute tritt der 20-Jährige in die Fußstapfen seines Vaters und hat seine Leidenschaft für das Bodybuilding entdeckt. Beruflich schlägt er allerdings den Weg seiner Mutter Anette ein und wird Altenpfleger. Für Peter ist 2006 Schluss. Er verkauft sein Fitnessstudio, um mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben. Heute befindet sich an selbiger Stelle die „FitnessBoxx Blacklabel“ von Marco Friese, der selbst früher bei Peter trainiert hat.

Wo einst das „Sport-Fitness-Center“ war, betreibt heute Marco Friese die „FitnessBoxx Blacklabel“. Foto: Holger Czeranski

Im Keller der Familie Schöps in Kirchhellen stehen immer noch einige alte Geräte aus dem Fitnessstudio. Sohn Marvin trainiert hier regelmäßig. Mit 70 Jahren stemmt Peter heute nicht mehr aktiv die Eisen. „Irgendwann ist man einfach ausgebrannt“, sagt er. Trotzdem will er die Zeit nicht missen. Denn die Entscheidung damals mit dem Bodybuilding anzufangen hat sein ganzes Leben umgekrempelt – und ihm zu dem Punkt gebracht, an dem er heute ist.  

Folge der Bottroper Online Zeitung auf Facebook & Instagram!

Julian Schäpertöns
Autor: Julian Schäpertöns

Ich bin in Dorsten aufgewachsen und lebe seit einigen Jahren in Kirchhellen. Die Region kenne ich also von klein auf. Von 2013 bis 2016 habe ich Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen studiert. Bereits neben meinem Studium habe ich 2014 die Firma JS-Media gegründet und mein Portfolio als Journalist, Fotograf und Videograf nach und nach ausgebaut. Seitdem berichte ich für verschiedene lokale Medien in der Region.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein